Flut

Was bedeutet die Flut für die Goitzsche-Wildnis und ihre Tier- und Pflanzenwelt?

Die Flut 2002 hat gezeigt, dass die Natur mit Katastrophen besser umgehen kann als wir Menschen. Der Höchststand des Wassers in der Goitzsche 2002 betrug über 78 m. ü.N. Damit stand das Wasser fast 1,5 m höher als jetzt. Und davon hat sich die Natur schnell erholt. An vielen Stellen hat die Flut sogar neues Leben gebracht.
Im Tierreich sind in der Goitzsche-Wildnis insbesondere die Kormorane und die Biber betroffen. Die Jungbiber in den Burgen werden erbärmlich ertrunken sein. Die Alttiere haben sich in Sicherheit bringen können. Mehrere Tiere konnten beobachtet werden.
Die meisten der knapp 300 Kormoranbrutpaare haben ihre Nester nur etwa 1 – 1,50 m über dem Normal – Wasserspiegel gebaut. Damit sind viele der Nester mit den nicht flüggen Jungen in der Flut versunken und die Nestlinge ertrunken.
Auch alle Bodenbrüter in Ufernähe wie z.B. Flussuferläufer können Gelege verloren haben. Da die Jungtiere jedoch Nestflüchter sind, dürften die geschlüpften Jungtiere von den Eltern die Böschungen hinaufgeführt worden sein. Der Wasseranstieg erfolgte langsam genug. So konnten z.B. Kraniche mit Küken auf höher gelegenen Flächen bei der Futtersuche beobachtet werden.
Den Ausfall eines Jahrgangs von Jungtieren können gute Bestände von Kormoran und Biber verschmerzen – und in der Goitzsche gibt es gute Bestände.
Seeadler und Fischadler sind vom Hochwasser nicht betroffen. Die Fischadler füttern bereits Nestlinge und machen jetzt besonders fette Beute. Große Karpfen und andere Fische tummeln sich in den überfluteten flachen Bereichen.
Das gesamte Seengebiet von Ludwigsee, Paupitzscher See und Zöckeritzer See ist überhaupt nicht von der Flut betroffen.
Ein Totalverlust wird für die BUNDstiftung die 4 km lange Tonnenkette, die das Befahren unserer Gebiete untersagte. Die Tonnen werden durch den Wasseranstieg, die herumschwimmenden Bäume aus den Ankern gerissen. Die Tonnenkette muss nach der Flut komplett neu gesetzt werden. Aber in den nächsten Monaten ist nicht damit zu rechnen, dass dieser Bereich des Sees wieder touristisch genutzt werden darf. So bleibt Zeit, Geld und Material für die Sicherung unserer Flächen zu akquirieren.

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